Pressemeldungen
PM: „Worte schaffen Wirklichkeit“: Warum Sprache unser Bild vom Alter prägt
„Silver Tsunami“, „graue Flut“, „Totholz“ – kaum eine Bevölkerungsgruppe wird mit so drastischen Bildern beschrieben wie alte Menschen. „Ein Begriff wie ,Silver Tsunami‘ beschreibt ältere Menschen als Naturkatastrophe. Solche Sprachbilder sind nicht harmlos, sondern prägen unsere Vorstellungen, unsere Politik, unsere Ressourcenverteilung und letztlich das Generationenverhältnis“, sagt Prof. Dr. Ulla Kriebernegg. Sprache ist für die Literatur– und Kulturwissenschaftlerin weit mehr als ein Mittel zur Beschreibung der Wirklichkeit. Sie beeinflusst, wie wir über das Alter denken – und damit auch, wie Politik, Medien und Gesellschaft Hochbetagten begegnen. Gerade in gesellschaftlichen Debatten werden vielleicht auch deshalb Rentner häufig entweder als Belastung oder ausschließlich als besonders verletzliche Bevölkerungsgruppe dargestellt. Beides greift zu kurz.
Ihre Forschung und die Frage, wie Sprache unseren Blick auf das Alter prägt, stellt Kriebernegg auf dem gemeinsamen Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) vom 23. bis 26. September 2026 in Frankfurt am Main vor.
PM: Deutschland ist für Winter gebaut – nicht für Hitzewellen
Hitze ist wie ein Erdbeben – nur dass ihr Zerstörungspotenzial weitgehend unsichtbar bleibt. Sie hinterlässt keine eingestürzten Häuser. Keine zerstörten Straßen. Keine Bilder, die am nächsten Tag um die Welt gehen. Und doch forderte sie nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) allein bis Ende Juni dieses Jahres bereits mehr als 5.000 Menschenleben – mehr als in den beiden Sommern 2024 und 2025 zusammen. Besonders betroffen sind hochbetagte, gebrechliche und mehrfacherkrankte Menschen. Für die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) zeigen diese Zahlen: Deutschland muss Hitzeschutz neu denken – nicht erst in der Medizin, sondern schon bei der Planung von Pflegeheimen, Kliniken und Wohnraum.
„Wir haben unsere Gebäude jahrzehntelang vor allem darauf optimiert, im Winter möglichst wenig Wärme zu verlieren. Jetzt müssen wir den Wärmeschutz gleichrangig mitdenken und Räume so gestalten, dass sie sich im Sommer auch möglichst wenig aufheizen“, sagt Filippo Maria Verri vom Institut für Geriatrische Forschung der Universität Ulm. Der Altersmediziner mit Public-Health-Hintergrund beschäftigt sich mit einer Frage, die weit über die Geriatrie hinausgeht: Wie müssen Städte, Quartiere und Gebäude künftig gestaltet werden, damit ältere Menschen gesund durch heiße Sommer kommen? Im Forschungsprojekt KLEVER verbindet Verri gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP und der Technischen Hochschule Ulm physiologische Daten mit Raumklimadaten, um praxistaugliche Strategien für Bestands- und Neubauten zu entwickeln.
PM: Hitze ist für Hochbetagte kein Komfortproblem
Räume verschatten, kalte Speisen wie Melone und Joghurt anbieten, Kühlpacks oder feuchte Tücher nutzen – bei einer mehrtägigen Hitzewelle reicht der gut gemeinte Rat „Trinken Sie mehr!“ nicht aus. So weist die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) darauf hin, dass hochbetagte und gebrechliche Menschen jetzt besonders auf Unterstützung angewiesen sind, weil sie viele Warnsignale ihres Körpers nicht rechtzeitig wahrnehmen. „Junge Menschen merken: Jetzt brauche ich Schatten oder etwas zu trinken. Viele hochbetagte Menschen denken dagegen nur: Mir geht es nicht gut – und bleiben sitzen.“, weiß Filippo Verri (links) vom Institut für Geriatrische Forschung der Universität Ulm. „Angehörige, Nachbarn und Pflegekräfte müssen hier das Handeln übernehmen.“
PM: „Das wird der vielfältigste und spannendste Kongress, den wir bisher gemeinsam veranstaltet haben!“
In gut drei Monaten ist es wieder so weit: Der nächste Gemeinschaftskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) öffnet seine Pforten. Die Motivation und die Stimmung könnten besser nicht sein, denn noch nie wurden so viele Abstracts eingereicht oder waren die Keynotespeaker so international wie in diesem Jahr. Die Kongresspräsidenten Prof. Michael Denkinger (DGG, rechts im Bild) und Prof. Hans-Werner Wahl (DGGG, links) verraten im Doppelinterview, welche weiteren Highlights auf die Teilnehmenden warten.
PM: Versorgung älterer Menschen neu denken: Warum die Geriatrie stärker ambulant werden muss
Wie kann die Versorgung älterer Menschen künftig gelingen, wenn immer mehr Hochaltrige auf medizinische und pflegerische Hilfe angewiesen sind – gleichzeitig aber Kliniken unter massivem Druck stehen? Mit dieser hochaktuellen Frage beschäftigt sich der Internist und Intensivmediziner Prof. Christian Karagiannidis, ehemaliges Mitglied der Regierungskommission Krankenhaus und Mitglied des Expertenrats Gesundheit und Resilienz der Bundesregierung. In einer Keynote beim diesjährigen gemeinsamen Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) geht es um konkrete Lösungsansätze für eine sektorenübergreifende geriatrische Versorgung.
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